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Der Unterschied, auf den es ankommt
Bei A1/A3 ist Österreich der bequemste Ort im deutschsprachigen Raum: Kurs und Prüfung laufen online und kosten nichts. Bei A2 dreht sich das Bild. In Deutschland nehmen vom Luftfahrt-Bundesamt benannte Prüfstellen die Theorieprüfung ab — private Anbieter, viele davon online, mit Terminen fast jederzeit. In Österreich gibt es diese Zwischenebene nicht: Die Austro Control prüft selbst, und zwar als Präsenzprüfung vor Ort.
Für die Anmeldung zur A2-Prüfung nennt die Austro Control eine Gebühr von 69,60 €. Geprüft wird mit 30 Multiple-Choice-Fragen.
Was das praktisch heißt
Ein Fehlversuch kostet in Österreich nicht nur die Gebühr ein zweites Mal, sondern auch einen zweiten Termin und eine zweite Anreise. Genau deshalb wiegt gute Vorbereitung hier schwerer als bei der beliebig wiederholbaren Online-Prüfung für A1/A3.
Was A2 überhaupt erlaubt
Das Fernpilotenzeugnis verschiebt den Mindestabstand zu unbeteiligten Personen: statt der vollen Distanz der Unterkategorie A3 sind es 30 m horizontal, im aktivierten Langsamflugmodus sogar 5 m. Dazu kommt die 1:1-Regel — wer 40 m hoch fliegt, hält mindestens 40 m Abstand, der Mindestwert von 30 m gilt trotzdem weiter.
Der entscheidende Haken wird oft übersehen: A2 nützt nur mit einer Drohne der Klasse C2. Das Zeugnis ist die rechtliche Hälfte der Voraussetzung, die Klassenkennzeichnung die technische. Fehlt die Klasse, wird die Drohne nach ihrer tatsächlichen Klasse behandelt — das Zeugnis ändert daran nichts. Mehr dazu in den Drohnenklassen und Unterkategorien.
Österreich und Deutschland im Vergleich
| Österreich | Deutschland | |
|---|---|---|
| A1/A3 vorab | Kurs und Prüfung kostenlos | Training kostenlos, Prüfung 25 € |
| Wer prüft A2 | Austro Control selbst | Vom Luftfahrt-Bundesamt benannte Prüfstellen |
| Prüfungsform | Präsenz vor Ort | Je nach Prüfstelle, häufig online |
| Kosten A2 | 69,60 € Anmeldung | Entgelt der Prüfstelle (rund 80–350 €) plus 30 € Ausstellung |
| Fragen | 30 | Mindestens 30 |
| Registrierung | 46,80 €, gilt 3 Jahre | 20 €, einmalig |
| Gültigkeit | 5 Jahre, EU-weit anerkannt — ein Zeugnis aus einem EU-Staat gilt in allen anderen | |
Unter dem Strich ist der österreichische Weg günstiger, sobald man nicht anreisen muss. Wer für die Prüfung quer durch Österreich oder aus Deutschland anfahren müsste, rechnet die Fahrt besser mit ein — dann kippt der Vorteil schnell.
Voraussetzungen
- Gültiger Kompetenznachweis A1/A3. A2 baut darauf auf; ohne ihn ist keine Anmeldung möglich. Diese Reihenfolge gibt die EU-Verordnung vor und gilt in allen Mitgliedstaaten gleich.
- Praktisches Selbststudium. Die EU-Regelung verzichtet auf eine behördliche Praxisprüfung und verlangt stattdessen, dass Sie sich eigenständig mit Start, Landung, Notverfahren und Grenzsituationen Ihrer Drohne vertraut machen und das erklären.
- Registrierung als Betreiber bei der Austro Control, inklusive bestehender Haftpflichtversicherung — die Polizzennummer wird dabei abgefragt.
- Mindestalter 16 Jahre für den Erwerb der Nachweise.
Was in der A2-Prüfung abgefragt wird
A2 setzt auf den neun Wissensgebieten der A1/A3-Prüfung auf und ergänzt drei fachlich anspruchsvollere Gebiete, die für den Betrieb näher an Menschen entscheidend sind:
- Meteorologie — Wind, Böen, Sicht und wie Wetterlagen den Betrieb begrenzen
- UAS-Flugleistung — was die Drohne tatsächlich leisten kann, und wo ihre Grenzen liegen
- Technische und betriebliche Risikominderung am Boden — wie das Risiko für Personen am Boden konkret gesenkt wird
Diese drei Gebiete kommen im kostenlosen A1/A3-Training nicht vor. Wer direkt von A1/A3 zur A2-Prüfung geht, betritt hier also fachliches Neuland.
Wie Sie sich vorbereiten
Das kostenlose Online-Training der Austro Control deckt die offene Kategorie ab, also den Stoff für A1/A3. Für A2 gibt es keinen amtlichen Kurs — die Austro Control sagt das auf ihrer A2-Seite selbst: „Die Vorbereitung zur Theorie-Prüfung kann im Selbststudium (Bücher, elektronische Inhalte, …) oder mithilfe von externen Schulungsanbietern (Online-Schulungen, Präsenz-Kurse, …) erfolgen." Sie verweist lediglich auf ein Infoblatt zum praktischen Selbststudium. Die drei A2-Gebiete muss man sich also selbst erarbeiten — oder sich dabei helfen lassen.
Fachlich ist der Prüfungsstoff EU-weit identisch: Dieselbe Verordnung, dieselben Wissensgebiete, dieselbe Bestehensgrenze von 75 %. Eine Vorbereitung, die für die deutsche A2-Prüfung taugt, taugt damit auch für die österreichische. Was sich unterscheidet, sind die Zuständigkeiten und Gebühren — und genau die stehen auf dieser Seite.
Unser Teil davon
Das Paket Komplett (34 €, einmalig, 12 Monate) enthält neben den zehn A1/A3-Modulen auch die drei zusätzlichen A2-Module und einen Simulator im A2-Format mit 30 Fragen — mit Erklärung nach jeder Antwort. Vorher ansehen können Sie sich das in der kostenlosen Probe, ohne Anmeldung.
Drohnenklar ist Prüfungsvorbereitung und keine Prüfstelle. Die Prüfung nimmt in Österreich ausschließlich die Austro Control ab.
Lohnt sich A2 für Sie überhaupt?
Oft nicht. Viele Hobby-Piloten kommen mit A1/A3 sehr weit, und ohne C2-Drohne bringt das Zeugnis ohnehin keinen Vorteil. Die ehrliche Abwägung — inklusive der Frage, wann sich der Aufwand rechnet — steht in Brauche ich das Fernpilotenzeugnis A2 überhaupt?
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