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Ratgeber

Drohne für Anfänger: Welche kaufen — und welcher Schein gehört dazu?

Bei der ersten Drohne entscheidet nicht die Kamera, wie viel Sie dürfen, sondern zwei Angaben auf dem Karton: das Gewicht und das Klassenlabel. Sie legen fest, ob Sie einen Führerschein brauchen und wie nah Sie an Menschen fliegen dürfen.

Stand: Oktober 2026 · Gewichte und Klassen nach den Datenblättern der Hersteller, Regeln nach EASA und LBA

Inhalt
  1. Die Klasse entscheidet, nicht der Preis
  2. Drohne mit Kamera ohne Führerschein?
  3. Aktuelle Einsteiger- und Mittelklasse-Drohnen
  4. Drei Fallstricke beim Kauf
  5. FPV-Drohnen: Brille heißt Beobachter
  6. Unsere Empfehlung für den Start
  7. Weiterlesen

Die Klasse entscheidet, nicht der Preis

Seit 1. Januar 2024 müssen neu verkaufte Drohnen in der EU ein Klassenlabel tragen: C0, C1, C2 und so weiter. Daraus folgt, welche Unterkategorie Sie fliegen dürfen und welchen Nachweis Sie brauchen:

KlasseGewichtDarf fliegen inNachweis
C0unter 250 gA1 — auch über einzelne Unbeteiligte, nie über Menschenansammlungenkeiner — Bedienungsanleitung lesen
C1unter 900 gA1 — nah an Menschen, Überflug Unbeteiligter vermeidenKompetenznachweis A1/A3
C2unter 4 kgA2 — 30 m Abstand, im Langsamflugmodus 5 mFernpiloten-Zeugnis A2 (in A3 reicht A1/A3)
ohne Labelab 250 gnur A3 — fern von Menschen, 150 m Abstand zu BebauungKompetenznachweis A1/A3

Unabhängig von der Klasse gilt: Hat die Drohne eine Kamera, müssen Sie sich als Betreiber beim LBA registrieren (20 €, einmalig), und eine Haftpflichtversicherung brauchen Sie in Deutschland immer. Höher als 120 m dürfen Sie in der offenen Kategorie nie, und die Drohne muss in Sichtweite bleiben. Mehr zu den Klassen: Drohnenklassen C0 bis C4.

Drohne mit Kamera ohne Führerschein?

Ja — mit einer C0-Drohne unter 250 g. Für sie verlangt die EU keinen Kompetenznachweis. Das ist der Grund, warum fast alle Einsteigermodelle knapp unter 250 g wiegen. Ohne Pflichten fliegen Sie damit aber nicht: Registrierung, Versicherung, Höhengrenze, Sichtweite und die geografischen Gebiete gelten genauso. Alles zur Gewichtsklasse: Drohne unter 250 g.

Wer den Stoff trotzdem lernt, fliegt sicherer — und muss nicht neu anfangen, wenn die zweite Drohne schwerer wird. Das passiert häufiger, als man beim ersten Kauf denkt.

Aktuelle Einsteiger- und Mittelklasse-Drohnen

Die Tabelle zeigt, was die Hersteller angeben — keine Testurteile. Wir haben die Geräte nicht selbst getestet und erhalten für diese Übersicht kein Geld.

ModellStartmasseKlasseWas Sie brauchen
HoverAir X1125 gC0 laut Hersteller-ShopRegistrierung, Versicherung
DJI Neoca. 135 gC0Registrierung, Versicherung
DJI Neo 2151 gC0Registrierung, Versicherung
DJI Mini 4K246 gC0Registrierung, Versicherung
DJI Flipunter 249 gC0Registrierung, Versicherung
DJI Mini 4 Prounter 249 gC0Registrierung, Versicherung
DJI Mini 5 Proca. 249,9 g ± 4 gC0Registrierung, Versicherung
DJI Avata 2 (FPV)ca. 377 gC1+ Kompetenznachweis A1/A3, Beobachter beim Flug mit Brille
DJI Air 3S724 gC1+ Kompetenznachweis A1/A3
DJI Mavic 4 Proca. 1.063 gC2+ A1/A3, für Flüge nah an Menschen Fernpiloten-Zeugnis A2

Quellen: Datenblätter auf dji.com (Angabe „Class: C0/C1/C2 (EU)“) und hoverair.com, abgerufen am 07.10.2026. Klassenangaben gelten für die EU-Version.

Drei Fallstricke beim Kauf

Der größere Akku

Für einige Mini-Modelle gibt es einen „Plus“-Akku mit längerer Flugzeit. Mit ihm liegt die Drohne über 249 g. DJI verkauft diesen Akku laut eigenem Datenblatt nicht in Europa — wer ihn über Umwege kauft, fliegt nicht mehr mit den Erleichterungen der Klasse C0.

Gewicht am Limit

Bei der DJI Mini 5 Pro gibt DJI selbst „ca. 249,9 g ± 4 g“ an; nachgewogene Geräte lagen in Presseberichten teils knapp über 250 g. Nach diesen Berichten hat die EASA den C0-Status trotzdem bestätigt, weil die zugrunde liegende Norm eine Toleranz von 3 % zulässt. Maßgeblich ist das Klassenlabel auf dem Gerät — nicht die Küchenwaage.

Label nachrüsten oder fehlend

Mini 4 Pro und Mini 5 Pro lassen sich über die DJI-Fly-App auf Klasse C1 umstellen — dann entfällt die technische Höhensperre auf 120 m über dem Startpunkt (die gesetzliche Grenze von 120 m über Grund gilt weiter, etwa am Hang), dafür brauchen Sie den Kompetenznachweis A1/A3. Nach Berichten lässt sich das nicht rückgängig machen. Umgekehrt gilt: Gibt es ein Modell in Versionen mit und ohne Label, prüfen Sie im Karton die CE-Kennzeichnung und die EU-Konformitätserklärung — das rät auch die EASA. Ohne Label und ab 250 g bleibt nur A3.

FPV-Drohnen: Brille heißt Beobachter

Mit einer FPV-Drohne wie der Avata 2 fliegen Sie über eine Videobrille. In der offenen Kategorie muss die Drohne aber in Sichtweite bleiben. Wer mit Brille fliegt, braucht deshalb eine zweite Person daneben, die die Drohne mit bloßem Auge beobachtet. Die Avata 2 ist zudem C1 — der Kompetenznachweis A1/A3 ist also Pflicht.

Unsere Empfehlung für den Start

  • Für Fotos und Videos im Urlaub und am Wochenende: eine C0-Drohne unter 250 g. Kein Führerschein nötig, trotzdem registrieren und versichern.
  • Wer mehr Wind- und Bildreserven will und den Schein ohnehin macht: C1 bis 900 g, dazu A1/A3.
  • Wer beruflich in bewohnter Umgebung filmen will: C2 und das Fernpiloten-Zeugnis A2 — siehe Drohnenpilot werden.
  • Gebraucht kaufen? Erst das Klassenlabel prüfen: Checkliste Gebrauchtkauf.

Aktuelle Rabatte direkt bei DJI haben wir unter DJI-Angebote gesammelt (Affiliate-Links, der Preis für Sie bleibt gleich).

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