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Die Klasse entscheidet, nicht der Preis
Seit 1. Januar 2024 müssen neu verkaufte Drohnen in der EU ein Klassenlabel tragen: C0, C1, C2 und so weiter. Daraus folgt, welche Unterkategorie Sie fliegen dürfen und welchen Nachweis Sie brauchen:
| Klasse | Gewicht | Darf fliegen in | Nachweis |
|---|---|---|---|
| C0 | unter 250 g | A1 — auch über einzelne Unbeteiligte, nie über Menschenansammlungen | keiner — Bedienungsanleitung lesen |
| C1 | unter 900 g | A1 — nah an Menschen, Überflug Unbeteiligter vermeiden | Kompetenznachweis A1/A3 |
| C2 | unter 4 kg | A2 — 30 m Abstand, im Langsamflugmodus 5 m | Fernpiloten-Zeugnis A2 (in A3 reicht A1/A3) |
| ohne Label | ab 250 g | nur A3 — fern von Menschen, 150 m Abstand zu Bebauung | Kompetenznachweis A1/A3 |
Unabhängig von der Klasse gilt: Hat die Drohne eine Kamera, müssen Sie sich als Betreiber beim LBA registrieren (20 €, einmalig), und eine Haftpflichtversicherung brauchen Sie in Deutschland immer. Höher als 120 m dürfen Sie in der offenen Kategorie nie, und die Drohne muss in Sichtweite bleiben. Mehr zu den Klassen: Drohnenklassen C0 bis C4.
Drohne mit Kamera ohne Führerschein?
Ja — mit einer C0-Drohne unter 250 g. Für sie verlangt die EU keinen Kompetenznachweis. Das ist der Grund, warum fast alle Einsteigermodelle knapp unter 250 g wiegen. Ohne Pflichten fliegen Sie damit aber nicht: Registrierung, Versicherung, Höhengrenze, Sichtweite und die geografischen Gebiete gelten genauso. Alles zur Gewichtsklasse: Drohne unter 250 g.
Wer den Stoff trotzdem lernt, fliegt sicherer — und muss nicht neu anfangen, wenn die zweite Drohne schwerer wird. Das passiert häufiger, als man beim ersten Kauf denkt.
Aktuelle Einsteiger- und Mittelklasse-Drohnen
Die Tabelle zeigt, was die Hersteller angeben — keine Testurteile. Wir haben die Geräte nicht selbst getestet und erhalten für diese Übersicht kein Geld.
| Modell | Startmasse | Klasse | Was Sie brauchen |
|---|---|---|---|
| HoverAir X1 | 125 g | C0 laut Hersteller-Shop | Registrierung, Versicherung |
| DJI Neo | ca. 135 g | C0 | Registrierung, Versicherung |
| DJI Neo 2 | 151 g | C0 | Registrierung, Versicherung |
| DJI Mini 4K | 246 g | C0 | Registrierung, Versicherung |
| DJI Flip | unter 249 g | C0 | Registrierung, Versicherung |
| DJI Mini 4 Pro | unter 249 g | C0 | Registrierung, Versicherung |
| DJI Mini 5 Pro | ca. 249,9 g ± 4 g | C0 | Registrierung, Versicherung |
| DJI Avata 2 (FPV) | ca. 377 g | C1 | + Kompetenznachweis A1/A3, Beobachter beim Flug mit Brille |
| DJI Air 3S | 724 g | C1 | + Kompetenznachweis A1/A3 |
| DJI Mavic 4 Pro | ca. 1.063 g | C2 | + A1/A3, für Flüge nah an Menschen Fernpiloten-Zeugnis A2 |
Quellen: Datenblätter auf dji.com (Angabe „Class: C0/C1/C2 (EU)“) und hoverair.com, abgerufen am 07.10.2026. Klassenangaben gelten für die EU-Version.
Drei Fallstricke beim Kauf
Der größere Akku
Für einige Mini-Modelle gibt es einen „Plus“-Akku mit längerer Flugzeit. Mit ihm liegt die Drohne über 249 g. DJI verkauft diesen Akku laut eigenem Datenblatt nicht in Europa — wer ihn über Umwege kauft, fliegt nicht mehr mit den Erleichterungen der Klasse C0.
Gewicht am Limit
Bei der DJI Mini 5 Pro gibt DJI selbst „ca. 249,9 g ± 4 g“ an; nachgewogene Geräte lagen in Presseberichten teils knapp über 250 g. Nach diesen Berichten hat die EASA den C0-Status trotzdem bestätigt, weil die zugrunde liegende Norm eine Toleranz von 3 % zulässt. Maßgeblich ist das Klassenlabel auf dem Gerät — nicht die Küchenwaage.
Label nachrüsten oder fehlend
Mini 4 Pro und Mini 5 Pro lassen sich über die DJI-Fly-App auf Klasse C1 umstellen — dann entfällt die technische Höhensperre auf 120 m über dem Startpunkt (die gesetzliche Grenze von 120 m über Grund gilt weiter, etwa am Hang), dafür brauchen Sie den Kompetenznachweis A1/A3. Nach Berichten lässt sich das nicht rückgängig machen. Umgekehrt gilt: Gibt es ein Modell in Versionen mit und ohne Label, prüfen Sie im Karton die CE-Kennzeichnung und die EU-Konformitätserklärung — das rät auch die EASA. Ohne Label und ab 250 g bleibt nur A3.
FPV-Drohnen: Brille heißt Beobachter
Mit einer FPV-Drohne wie der Avata 2 fliegen Sie über eine Videobrille. In der offenen Kategorie muss die Drohne aber in Sichtweite bleiben. Wer mit Brille fliegt, braucht deshalb eine zweite Person daneben, die die Drohne mit bloßem Auge beobachtet. Die Avata 2 ist zudem C1 — der Kompetenznachweis A1/A3 ist also Pflicht.
Unsere Empfehlung für den Start
- Für Fotos und Videos im Urlaub und am Wochenende: eine C0-Drohne unter 250 g. Kein Führerschein nötig, trotzdem registrieren und versichern.
- Wer mehr Wind- und Bildreserven will und den Schein ohnehin macht: C1 bis 900 g, dazu A1/A3.
- Wer beruflich in bewohnter Umgebung filmen will: C2 und das Fernpiloten-Zeugnis A2 — siehe Drohnenpilot werden.
- Gebraucht kaufen? Erst das Klassenlabel prüfen: Checkliste Gebrauchtkauf.
Aktuelle Rabatte direkt bei DJI haben wir unter DJI-Angebote gesammelt (Affiliate-Links, der Preis für Sie bleibt gleich).
Den Schein gleich mitmachen?
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