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Drohne im Netz kaufen: woran man Fake-Shops erkennt — und warum Nachnahme nicht schützt

Drohnenklar (Team) · 06.09.2026

Drohnenklar (Team) · 06.09.2026

Wer gerade den Führerschein macht, kauft oft auch gerade die erste Drohne. Deshalb hier ein Thema, das nichts mit der Prüfung zu tun hat, aber teuer werden kann: gefälschte Onlineshops. Bei Elektronik gehören sie zu den häufigsten Betrugsmaschen, und Drohnen sind ein beliebtes Ziel — hoher Warenwert, viele Erstkäufer, große Preisspannen.

Wir nennen hier bewusst keine Shopnamen. Erstens wechseln die Betreiber die Adressen ständig, eine Liste wäre nach zwei Wochen veraltet. Zweitens ist eine öffentliche Betrugsbehauptung gegen ein benanntes Unternehmen rechtlich heikel. Die Muster helfen ohnehin mehr als jede Liste.

DER DENKFEHLER BEI DER NACHNAHME

Das ist der wichtigste Punkt, weil er so gegen das Bauchgefühl geht: Viele wählen Nachnahme, weil sie sich sicherer anfühlt — "ich zahle ja erst, wenn das Paket da ist". Genau das stimmt aber nicht.

Bei Nachnahme bezahlen Sie die ZUSTELLUNG, nicht den Inhalt. Sie zahlen an der Tür, bevor Sie das Paket öffnen dürfen. Was drin ist, sehen Sie erst danach — und dann ist das Geld beim Absender. Genau darauf ist die Masche gebaut: Es kommt tatsächlich ein Paket, ordentlich verpackt, und darin liegt irgendein wertloser Gegenstand. Das Paket ist nur die Kulisse für die Übergabe des Geldes.

Sie dürfen die Annahme verweigern, wenn Ihnen etwas komisch vorkommt — aber reinschauen dürfen Sie vorher nicht. Und wenn Sie gar nichts bestellt haben: Annahme ablehnen, egal wie plausibel der Absender klingt.

VOR DER BESTELLUNG: DIE FÜNF-MINUTEN-PRÜFUNG

- Impressum suchen. Fehlt es, ist die Sache erledigt. Ist eines da, die Firma kurz googeln — Fantasieadressen und erfundene Umsatzsteuer-IDs sind üblich.
- Preis einordnen. Deutlich unter Marktpreis ohne jede Begründung ist das häufigste Warnsignal. Ein seriöser Händler erklärt, warum etwas billiger ist (Vorführgerät, Auslaufmodell, B-Ware).
- Domain ansehen. Große Marken verkaufen über ihre Hauptadresse, nicht über Konstruktionen mit Bindestrichen oder frisch registrierte Fantasieendungen.
- Zahlungsarten prüfen. Wenn am Ende nur Vorkasse oder Nachnahme übrig bleiben, ist das ein Befund für sich.
- Kontaktweg testen. Eine Mail hinschicken und schauen, ob sie ankommt und beantwortet wird. Kommt sie als unzustellbar zurück, ist alles gesagt.

HILFSMITTEL, DIE ES DAFÜR GIBT

Für Deutschland den Fakeshop-Finder der Verbraucherzentrale: Shop-Adresse eingeben, Ampel-Bewertung bekommen. Für Österreich den Fake-Shop Detector als Browser-Erweiterung, dazu die laufend gepflegte Liste betrügerischer Shops auf watchlist-internet.at. Alle drei sind kostenlos und brauchen keine Anmeldung.

SICHER BEZAHLEN

Kreditkarte oder PayPal als "Waren und Dienstleistungen" — beides hat einen Rückholweg. Bei Überweisung, Vorkasse und Nachnahme gibt es keinen. Die paar Prozent, die man beim Bezahlen per Vorkasse manchmal spart, sind der schlechteste Rabatt der Welt.

WENN ES SCHON PASSIERT IST

Alles sichern: Bestellbestätigung, Zahlungsbeleg, Screenshots der Seite, das Paket samt Inhalt und Versandetikett fotografieren. Dann Anzeige bei der Polizei erstatten — auch wenn die Summe klein ist und die Seite schon offline. Bei Kreditkarte oder PayPal parallel den Rückbuchungsweg anstoßen, dort gelten Fristen. Und den Shop bei der Verbraucherzentrale beziehungsweise auf watchlist-internet.at melden: Das bringt Ihnen selbst meist nichts mehr, schützt aber die Nächsten.

Ist hier jemandem so etwas schon untergekommen? Woran habt ihr es gemerkt?

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